Ein Urviech von Baum: Die Zirbe
Die Zirbe ist die Königin der Baumgrenze, hütet diese oftmals ganz allein.
Ein geschlossener Zirbenwald wie der von Obergurgl ist daher eine Rarität: Seit 1963 Naturdenkmal im UNESCO-Biosphärenpark „Gurgler Kamm“. In diesem Sommer wurden die bunten Holztafeln der bisherigen 12 Lehrpfad-Stationen im Zirbenwald durch 15 neue Installationen ersetzt. Grund genug für eine Audienz bei der Majestät unter den Nadelbäumen.
Ein unbeugsamer Charakter
Waldwohnheim in schönster Lage
Etwa 20 Hektar umfasst die Fläche des Zirbenwalds, der sich südlich des Dorfs von 1.950 m bis auf 2.100 m zu den Nordhängen des Schönwieskopfes erstreckt. Prominentester und wichtigster Waldbewohner ist der Tannenhäher (tirolerisch: „Gratschn“). Der braungesprenkelte Bergvogel frisst gerne Zirbensamen. Für den Bergwinter legt er viele Vorratslager an. Das eine oder andere Depot vergisst oder verliert er schon einmal. Die übrig gebliebenen Zirbensamen dienen so dem Nachwuchs des Waldes. Zu dessen Wohl pflegen auch hunderttausende Kerbameisen als Dauermieter hier ihr Staatswesen. Ihre Ameisenhaufen sind streng geschützte Quartiere.
Murmeltiere im Visier
Neue Eindrücke für alle Sinne
Den neuen Zirbenwaldparcours säumen Ruhezonen mit Liegebänken, spielerische Anregungen für Kinder und interaktive Installationen für sinnliche Erfahrungen im Zirbenwald. Der Weg wurde verbreitert und verbessert, die Wegführung themenorientiert geändert. Inzwischen gibt es statt 12 15 Stationen mit neuen ansprechenden Infotafeln. Über Zirbenholz, -harz, -samen oder -zapfen kannst du jede Menge lernen. Nehmen wir das Zirbenholz als Beispiel. Tischler lieben die lebendige Maserung und die Härte von Zirbenholz. Es ist ein idealer Handwerkstoff für Bettgestelle oder Vertäfelungen.
Almrausch, mal ganz anders
Info
Dieser Artikel erschien ursprünglich im Februar 2022 und wurde am 11.08.2026 aktualisiert.